Ludwig Scholz (†)

Im kleinen Städtchen Juliusburg, Landkreis Oels in Niederschlesien, wurde Bbr. Ludwig Scholz am 30. Juni 1937 geboren. Als Jurist und Politiker machte er sich um seine Wahlheimat Nürnberg verdient, deren Oberbürgermeister er von 1996 bis 2002 war.

Die Vertreibung aus Schlesien führte Bbr. Scholz zunächst nach Limburg a.d. Lahn, wo er sein Abitur ablegte. Anschließend studierte er Rechts- und Volkswirtschaft in Frankfurt/Main, in Marburg und in Heidelberg.

Sein Berufseinstieg schließlich verschlug in nach Bayern, nämlich 1967 als Assessor an das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Zirndorf. Nach Tätigkeiten an den Landratsämtern Hersbruck und Fürth wurde er Leitender Regierungsdirektor beim Landesuntersuchungsamt für das Gesundheitswesen Nordbayern in Erlangen. 1996 schließlich wählten ihn die Nürnberger zu ihrem Oberbürgermeister.

Umfassend war sein kommunalpolitisches Engagement. In den Jahren 1988 bis 1996 stand Bbr. Scholz der CSU-Stadtratsfraktion Nürnberg vor. Er beendete die Alleinherrschaft der Nürnberger SPD der Nachkriegszeit und wurde erster „schwarzer“ OB der Stadt. Zugleich war er der erste katholische Amtsinhaber seit der Reformation. Nach seiner Abwahl 2002 verlieh ihm der Nürnberger Stadtrat den Titel des Altoberbürgermeisters.

Der Unitas trat Ludwig Scholz im Sommersemester 1957 bei. Seine Philistrierung folgte im Wintersemester 1964. Durch sein gesellschaftliches Engagement und seine herzliche und verbindliche Art war er vielen Unitariern ein guter und verlässlicher Freund. Der Franko-Palatia gab er Anfang der achtziger Jahre mit einigen anderen Alten Herren den notwendigen Schwung für den Neuanfang. Unter seiner juristischen Begleitung wurde der Turm in der Stadtmauer angeschafft und renoviert.

Am 20.09.2005 nahm ihn der Herr überraschend zu sich. Sein Grab findet sich am Eibacher Friedhof, wo er unter großer Anteilnahme der Nürnberger Bevölkerung beigesetzt wurde.

Leave a reply

You must be logged in to post a comment.

Zur Werkzeugleiste springen