Das unterirdische Nürnberg

Mai 14, 2010 in Aktivitas

11.05.2010 – Die historischen Felsengänge waren das Ziel einer Outdoor-WS der Unitas Franko-Palatia am zweiten Mai-Dienstag. Die stolze Anzahl von 28 Personen begab sich auf eine spannende Entdeckungsreise und konnte Nürnberg mal von einer komplett anderen Seite betrachten. Bei der 90-Minuten langen Führung haben die Unitarier und zahlreiche Gäste erfahren, dass bereits 1380 die Nürnberger Felsenkeller  erstmals urkundlich erwähnt wurden. Das sind Orte, die bereits seit vielen Jahrhunderten bestehen und doch „verborgen“ unter den Straßen Nürnbergs liegen. Sie wurden einst zur Gewinnung von Wasser entlang der wasserführenden Schichten angelegt und versorgten die Stadt mit Wasser. Im Lauf der Jahrhunderte wurden sie bis zu vier Stockwerke tief in den Burgsandstein gegraben. Dank der großen Standfestigkeit des Burgsandsteins entstanden riesige labyrinthartige Felsenkelleranlagen.

Ursprünglich dienten die Felsenkeller überwiegend der Herstellung und Lagerung von Bier. Während der Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges fanden dann viele Bürger Schutz in diesen jahrhundertealten Felsenkellern. Heute werden wieder einige der Kellergewölbe von einer darüber liegenden Altstadt-Brauerei zum Lagern spezieller Biersorten verwendet. Ein ausgeklügeltes, genial einfaches System von Belüftungsschächten sorgt noch bis heute für eine selbsttätige Luftumwälzung in den Gewölben. Zum Abschluss der Besichtigungstour wurde natürlich auf eine Bierprobe in der Hausbrauerei Altstadthof nicht verzichtet. Das dort hausgebraute frische Rotbier mundete gut sichtbar allen Felsengängern.

Foto: GregorB